Halogenide sind Verbindungen, in denen die Halogenatome negativ geladen vorliegen und formal als isolierte Halogenidionen betrachtet werden können. Die Wasserstoffverbindungen heissen Hydrogenhalogenide.
| HF | HCl | HBr | HI | |
| Bildungsenthalpie in kJ/mol | -271 | -92 | -36 | +27 |
| Schmelzpunkt in |
-83 | -114 | -87 | -51 |
| Siedepunkt in |
+20 | -85 | -67 | -35 |
| Verdampfungsenthalpie in kJ/mol | 30 | 13 | 18 | 20 |
| Säurestärke |
|
nimmt zu | ||
| Dipolmoment | 1,8 | 1,1 | 0,8 | 0,4 |
Es sind farblose stechend riechende Gase, die sich begierig in
Wasser lösen (0
C : 507l
pro 1l Wasser).
Sie dissoziieren dabei unter Bildung von
, sind also Säuren.
ist die schwächste Säure,
die stärkste, weil
die Stärke der
Bindung in dieser Richtung abnimmt.
Hydrogenfluorid,
, wird technisch aus Flussspat hergestellt
(vgl.
).
Seine wässrige Lösung nennt man Flussäure (meist 40% ig).
Sie wird in Polyethylenflaschen aufbewahrt, weil sie Glas ätzt.
Der Ionenradius von
ist dem von
vergleichbar;
deshalb können sich die beiden Anionen in Salzen gegenseitig ersetzen.
(
und freie
Ionen reagieren mit freien Calciumionen
zu unlöslichem
und sind deshalb
für biologische Systeme sehr gefährlich).
Hexafluorokieselsäure wird aus Silicaten und Flussspat hergestellt
und
Sie ist ein wichtiges Vorprodukt für die Aluminiumherstellung
(
, Kryolith).
kann durch Verbrennung mit
oder durch Austreiben mittels
aus Chloriden gewonnen werden.
Bei der technisch wichtigen Chlorierung organischer Verbindungen
entsteht sehr viel
,
das durch Elektrolyse zu
und
weiterverarbeitet wird.
Wässrige Lösungen von
weden als Salzsäure bezeichnet.
Salzsäure ist eine starke, nichtoxidierende Säure, die unedle Metalle
löst
und mit Basen Salze bildet
und
können nicht aus ihren Salzen mit
dargestellt
werden, weil dabei Oxidation zu
und
auftritt.
Man synthetisiert zuerst die Phosphortrihalogenide und setzt dann mit
Wasser um,
Die Halogenide von Metallen sind in der Regel typische Salze.
Die Halogenide von Halb- und Nichtmetallen sind in der Regel
flüchtigte molekulare Verbindungen.
Der molekulare Charakter und die Flüchtigkeit steigen mit der Koordinationszahl. Das kleine Fluor ist in der Lage höhere Koordinatonszahlen zu erzeugen:
.
Nicht komplett koordinierte Teilchen wie
und
sind starke Akzeptoren für elektronenreiche Teilchen (Lewisbasen)
wie z.B.
.
Fluorierte Kohlenwasserstoffe haben eine Reihe wichtiger Eigenschaften; sie sind farblos, meist ungiftig, unbrennbar und chemisch resistent. Wegen ihrer niedrigen Siedepunkte sind sie ideale Kühlmittel (FCKW, Frigene), aber auch gute Lösungs- und Treibmittel.
| CCl |
CHCl |
CCl |
| CCl |
CHClF |
CClF |
Da sie sehr langlebig sind, geraten sie unzersetzt in die höheren
Atmosphärenschichten,
wo sie durch die harte Sonnenstrahlung radikalisch gespalten werden.
Diese Radikale bauen katalytisch das in diesen Schichten wichtige Ozon
ab.
Durch Polymerisation von Tetrafluorethylen erhält man
Polytetrafluorethylen (PTFE, Teflon, Hostaflon),
aus dem chemisch sehr widerstandsfähige, zwischen -200 und +260
C
temperaturstabile Beschichtungen hergestellt werden.