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Bleiverbindungen

$ PbO_2$ kristallisiert mit Rutilstruktur. Es kann nur mit starken Oxidationsmitteln

$\displaystyle Pb^{2+} + 2H_2O + Cl_2 \longrightarrow PbO_2 + 4H^+ + 2Cl^-
$


oder durch anodische Oxidation dargestellt werden, z.B. im Bleiakkumulator

$\displaystyle Pb + SO_4^{~2-} \rightleftharpoons \stackrel {+2}{Pb}SO_4 + 2e \quad (E^\circ = -0.356V)
$

$\displaystyle \stackrel {+4}{Pb}O_2 + 4H^+ +SO_4^{~2-} +2e \rightleftharpoons
\stackrel {+2}{Pb}SO_4 + 2H_2O \quad (E^\circ = +1.685V).
$

Abbildung 49: Schema des Bleiakkumulators
\input{/usr/edu/lector/vorlesung_al2/xfig/al2_41_Bleiakku.pstex_t}


Etwa 20 bis 25% der Energie gehen bei den Lade-Entladungsvorgängen verloren. Die gemischtvalente Mennige, $ Pb_3O_4$, ist orangerot und kann aus $ PbO$ durch Luftoxidation bei 500$ ^\circ$C hergestellt werden. Sie muss als $ Pb_2[PbO_4]$ formuliert werden und reagiert entsprechend

$\displaystyle Pb_3O_4 + 4 HNO_3 \longrightarrow PbO_2 + 2Pb(NO_3)_2 + 2H_2O
$

$ PbO$ ist polymorph und tritt in einer roten und einer gelben Form auf. Das rote $ PbO$ ist unter Normalbedingungen stabil. In starken, konzentrierten Basen entstehen lösliche Hydroxoplumbate(II) mit dem Anion $ Pb(OH)_3^{~-}$. Reines $ Pb(OH)_2$ ist bisher nicht bekannt. Blei(II)-halogenide und Blei(II)-Sulfat sind schwerlöslich, können aber unter Komplexbildung mit Halogenidionen ( $ [PbCl_3]^-, [PbCl_4]^{2-}$) bzw. mit starken Säuren gelöst werden ( $ Pb(HSO_4)^+$). Bleiglanz ist die natürlich vorkommende Form von $ PbS$, aus der heute Blei gewonnen wird. Man verwendet das Röstreduktionsverfahren, bei dem das Bleisulfid partiell oxidiert wird:

$\displaystyle 3PbS + 3O_2 \longrightarrow PbS + PbO + 2SO_2
$

und

$\displaystyle PbS + PbO \longrightarrow 3Pb + SO_2.
$

Das so erhaltene Werkblei wird elektrolytisch gereinigt.

Bleiacetat, $ Pb(CH_3COO)_2$, wurde im Mittelalter zum Süssen von Wein benutzt.
Es ist sehr giftig.


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letzte Änderung: 2006-02-24