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Andere Chalkogenide von Si, Ge und Sn

$ SiO$ ist polymer und kann durch Abscheidung aus der Gasphase erhalten werden. Bei tiefen Temperaturen disproportioniert es wieder.

$\displaystyle SiO_2 + Si \longrightarrow 2SiO \qquad \Delta H^\circ = +812 kJ mol^{-1}~
$

In $ SiS_2$ ist Silicium tetraedrisch umgeben. Die $ SiS_{4/2}$ bilden eine Kettenstruktur. $ GeO$ ist beständiger als $ SiO$. Das gilt ebenfalls für $ GeS$. $ GeO_2$ kristallisiert mit der Rutilstruktur, wandelt sich aber oberhalb von 1000$ ^\circ$C in die $ \beta -$Cristobalitstruktur um. $ SnO$ ist schwarz und in trockener Form sehr beständig, aber nicht thermisch stabil. Es reagiert amphoter. Auch das gemischtvalente Oxid, $ Sn_3O_4$, ist bekannt. Zinnstein, $ SnO_2$, hat die Rutilstruktur; es ist sowohl in Säuren als auch in Laugen unlöslich. Man löst es mit Hilfe des Freiberger Aufschlusses

$\displaystyle 2SnO_2 + 2Na_2CO_3 + 9S \longrightarrow 2Na_2SnS_3 + 3SO_2 + CO_2.
$

Das Thiostannat ist löslich. Man kann es auch aus $ Sn_2$ und $ Na_2S$ herstellen. $ SnO$ und $ SnO_2$ sind in starken Alkalien löslich und bilden Hydroxostannate(II), z.B. $ Na_4[Sn_4O(OH)_{10}]$ bzw. Hydroxostannate(IV) $ Na_2[Sn(OH)_6]$. Die freien Hydroxide $ Sn(OH)_2$ und $ Sn(OH)_4$ sind bisher nicht bekannt.



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letzte Änderung: 2006-02-24