Elementares Bor ist reaktionsträge und reagiert meist erst bei höheren
Temperaturen.
Auch starke nichtoxidierende Säuren greifen es nicht an.
Mit Li-Metall reagiert es ab ca. 250
C mit
und
oberhalb von 400
C .
Bei hohen Temperaturen kann Bor
und
zu
und
reduzieren.
Obwohl die Differenz der Elektronegativitäten zwischen B und den Nichtmetallen
recht gross ist, gibt es keine Salze mit
Kationen.
Die polarisierende Wirkung von
ist so gross, dass immer
Verbindungen mit starkem kovalentem Bindungsanteil entstehen.
Bor neigt zur Koordinationszahl drei und damit zur
Hybridisierung.
Dadurch sind gute Voraussetzungen für
Bindungen gegeben:
|
Durch Ausbildung der Doppelbindung(en) erreicht Bor auch eine
Oktettelektronenkonfiguration.
Durch Dimerisierung bzw. Polymerisierung kann mit solchen Monomeren
ein neuer Bindungstyp aufgebaut werden, die Dreizentrenbindung.
In den Elementstrukturen, aber auch in Borverbindungen sind häufig
Dreizentrenbindungen anzutreffen.
Man unterscheidet:
Geschlossene Dreizentrenbindungen
Offene Dreizentrenbindungen
Letztere ist typisch für die reichhaltige Familie der Borpolyeder
in Boranen und Boriden.
Üblicherweise klassifiziert man die Boride nach ihren
B-Netzwerktypen, weil davon unterschiedliche, interessante
Sorten auftreten.
Neben isolierten
und
(X=B, C), die auch in Carbiden häufig sind, findet man u.a.:
B-Ketten
| Isolierte B-Atome | Mn |
| Die B-B-Abstände liegen | Me |
| zwischen 210 und 330 pm | Co, Ni) |
|
Isolierte B |
Cr |
| B-B-Abstände: 179-180 pm | |
| Bor-Zickzackketten | Me |
|
|
MaB(Ti, Hf, V, Nb, Ta, Cr, Mo, W, Mn, Fe, Co, Ni) |
| B-B-Abstände: 175-185 pm |
B-Sechsringbänder
| Bor-Doppelketten | Me |
![]() |
|
| B-B-Abstand: 175 pm |
graphitartige Schichten
| Bor-Schichten | |
![]() |
MeB Me |
| B-B-Abstände: 170-186pm |
zweidimensional vernetzte Schichten
Boride mit grossen Borgehalten bilden Strukturen mit einem dreidimensionalen
Netzwerk aus Boratomen.