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Vorkommen und Darstellung

Es gibt keine elementaren (gediegenen) Vorkommen der E13 in der Natur. Bor ist selten (0.0018 % in der Erdkruste) und tritt meist in Form von Oxiden auf:

Kernit $ (Na_2B_4O_7)(H_2O)_4$
Borax $ (Na_2B_4O_7)(H_2O)_{10}$
Borocalcit $ (CaB_4O_7)(H_2O)_4$

Bor kann aus den Halogeniden durch Reduktion mit Wasserstoff

$\displaystyle 2BCl_3 + 3H_2 \longrightarrow 2B + 6HCl \qquad \Delta H^o = - 262 kJmol^{-1}
$

oder aus Boroxid durch Reduktion mit Magnesium dargestellt werden

$\displaystyle B_2O_3 + 3Mg \longrightarrow 2B + 3MgO \qquad \Delta H^o = -533kJ mol^{-1}
$

Obwohl Bor eher zu den seltenen Elementen gehört, ist es ein wichtiger Gerüstbaustein von Pflanzen (Zellmembranen, Pollenschläuche).
Bor tritt in einer grossen Zahl verschiedener Modifikationen auf, von denen allein sechs $ B_{12}-$Ikosaeder enthalten.

Am stabilsten ist die sogenannte $ \beta -$rhomboedrische Form, deren Struktur eine Anordnung aus 13 $ B_{12}-$Einheiten besteht, die wiederum ikosaedrisch angeordnet sind und dabei automatisch ein fullerenartiges Arrangement bilden.

Abbildung 20: B$ _{12}$-Ikosaeder (Zwanzigflächner).
Alle Atome sind äquivalent. Jedes Atom liegt auf einer fünfzähligen Achse (C$ _5$) und hat 5 Nachbarn.
Die 12 B-Atome bilden 13 bindende Molekülorbitale. Der B$ _{12}$-Ikosaeder erhält seine maximale Stabilität durch Besetzung dieser Mos mit 26 Valenzelektronen. Von den 36 Valenzelektronen der 12 B-Atome stehen noch 10 für Bindungen nach aussen zur Verfügung.
\includegraphics[width=.2\textwidth]{/usr/edu/lector/vorlesung_al2/pic/al2_31_B12_1} \includegraphics[width=.3\textwidth]{/usr/edu/lector/vorlesung_al2/pic/al2_31_B12_2}

Bor ist in der (unter Normalbedingungen) stabilen Modifikation hart und elektrisch halbleitend. Nach Kohlenstoff (Diamantform) ist es das zweithärteste Element (Mohs-Härte-Skala 9.3).

Abbildung 21: Koordination der B$ _{12}$-Ikosaeder
\includegraphics[width=0.5\textwidth]{/usr/edu/lector/vorlesung_al2/pic/al2_31_B12_3}


Tabelle 8: Härteskala nach MOHS (nach RAMDOHR und STRUTZ)
Mineral Ritzhärte Schleifhärte Mittelwerte aus
8 verschiedenen
Methoden
Geometrische
Reihe
Talk 1 0,03 1,08 1,56
Gips 2 1,04 2,36 3,12
Calcit 3 3,75 6,99 6,25
Fluorit 4 4,2 12,1 12,5
Apatit 5 5,4 25,7 25.0
Feldspat 6 30,8 49,5 50,0
Quarz 7 100 100 100
Topas 8 146 143 200
Korund 9 833 342 400
Diamant 10 117000 - 800

Aluminium ist mit 7.3% das dritthäufigste Element in der Erdkruste. Es tritt in Form von Feldspäten $ M[AlSi_3O_4]$ und Bauxit (überwiegend $ AlO(OH)$, Weltförderung 1986 : $ 9 \cdot
10^7$t, 36% in Australien) auf. Aus letzterem wird elementares Al nach dem Bayerverfahren dargestellt. Zunächst muss Eisen abgetrennt werden

$\displaystyle \mathrm{Bauxit~} + NaOH \longrightarrow Na[Al(OH)_4] + Fe_2O_3
$

$ Al(OH)_3$ kristallisiert aus und wird gebrannt

$\displaystyle 2Al(OH)_3 \longrightarrow Al_2O_3 + 3H_2O
$

Da der gebildete Korund erst bei 2050$ ^\circ$C schmilzt, gibt man Kryolith, $ Na_3[AlF_6]$ (90%) und erhält so eine Schmelze, die bei 950-980$ ^\circ$C  elektrolysiert werden kann.
Für 1t Al (99.8-99.9% Reinheit) benötigt man $ 1.4 \cdot 10^4$ kWh.

Aluminium und seine Legierungen stellen nach den Eisenverbindungen die wichtigsten Gebrauchsmetalle (Weltproduktion 1989 : $ 1.8\cdot10^7$ t). Aluminium kristallisiert in für E13 untypischer Weise mit einer kubisch-flächenzentrierten Struktur.

Durch ``Verunreinigung'' von Korund mit Chrom entsteht Rubin (rot) und mit Eisen und Titan Saphir (grün); beides sind Edelsteinarten.

Abbildung 22: Aluminiumherstellung durch Schmelzflusselektrolyse von Aluminiumoxid Al$ _2$O$ _3$
%
\input{/usr/edu/lector/vorlesung_al2/xfig/al2_31_Al-schmelzelektrol.pstex_t}

Gallium, Indium und Thallium treten in der Natur nur in geringen Mengen auf. Die ersteren zwei zusammen mit Zinkblende, ZnS und Tl mit Pyrit, FeS$ _2$. Sie können durch Elektrolyse ihrer Salzlösungen hergestellt werden, weil eine passivierende Oxidschicht entsteht (E$ ^\circ$(Ga)=-0.529V).

Gallium kristallisiert in einer Struktur mit Ga-Ga-Paaren, die an halbe Ikosaeder geknüpft sind (Abb. 23).

Die Struktur von Indium ist eine verzerrte kubisch dichteste Kugelpackung (KP), die von Tl eine hexagonal dichteste KP (Abb. 24).

Abbildung 23: Die $ \alpha$-Galliumstruktur entlang der x-Achse oder auf die Kanten der Schichten gesehen. Die starken Bindungen zwischen den Schichten sind als dreifache Verbindungen gezeichnet.
\includegraphics[width=.4\textwidth]{/usr/edu/lector/vorlesung_al2/pic/al2_31_gallium}

Abbildung 24: Hexagonale- und kubisch dichteste Kugelpackung.
\includegraphics[width=.8\textwidth]{/usr/edu/lector/vorlesung_al2/pic/al2_31_kugelpack}

Mineralienbilder:


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letzte Änderung: 2006-02-24