Eine weitere Anwendung von Fällungsreaktionen ist die Gravimetrie. Es handelt sich hierbei um eine quantitative Analysenmethode zur Bestimmung der in einer Lösung vorhandenen Kationen und Anionen.
Man nutzt dabei die Schwerlöslichkeit gewisser Verbindungen aus.
Die betreffende Fällungsreaktion
muss selektiv für die zu bestimmenden Ionen sein und unter den
gewählten Bedingungen quantitativ
ablaufen.
Das gefällte Produkt soll möglichst leicht
filtrierbar sein und eine grosse Molmasse besitzen.
Man kennt verhältnismässig viele Verbindungen, die schwerlöslich sind,
aber trotzdem nicht für gravimetrische Bestimmungen verwendet werden
können,
weil die Trennung des kristallinen Niederschlags oder die
Überführung zu einem leicht wägbaren Produkt
mit konstanter Zusammensetzung nicht gelingt.
Aus diesem Grund werden z.B. die meist schwerlöslichen Sulfide
und Hydroxide sehr selten in der Gravimetrie verwendet.
Das Nickel-Ion wird z.B. mit Dimethylglyoxim bestimmt.
Die Gravimetrie erlaubt Bestimmungen mit einer wesentlich höheren
Genauigkeit als die Volumetrie (Titration).
Sie wird daher oft zur Kontrolle der
anderer Methoden verwandt, auch wenn sie relativ zeitraubend
ist.