Eine wichtige Methode zur Bestimmung der Stabilitätskonstanten besteht
darin, für Lösungen bekannter Zusammensetzung (z.B.
oder
)
den pH-Wert zu messen
(vgl. hierzu Gln. 36, 37 und 38).
Das ermöglicht die Berechnung von
, die mit Hilfe einer
Kombination der Gln. 37 und 38 die
Gleichgewichtskonzentration
liefert.
Diese ergibt mit
und
die Konzentration [HF]
(
).
Somit kann man für beliebige Gesamtkonzentrationen die am
Aluminium gebundene Menge Fluorid
und den
Komplexbildungsgrad
erhalten.
Für die
Ermittlung der Bruttostabilitätskonstanten
wird Gl.
39 verwendet,
die zu Systemen linearer Gleichungen in den gesuchten
führt.
Für eine genaue Ermittlung aller
werden (
)-Wertepaare
im ganzen
Bereich
benötigt.
Die sich im
Wasser abspielenden Gleichgewichte sind gekoppelt.
Deshalb erlaubt die Messung nur einer
Konzentration die Berechnung der Konzentrationen aller vorhandenen
Spezies.
Somit ist die Ermittlung von Stabilitätskonstanten verschiedenster
Metallkomplexe möglich, wenn man die erforderlichen
Titrationskurven
aufgenommen hat.
In der folgenden Abbildung sind die Titrationskurven von 100 ml
Wie man leicht erkennt, ist die Lösung in Anwesenheit von
Metallionen infolge Komplexbildung deutlich saurer.
Ähnliche Titrationskurven
für 100 ml protoniertes Glycin
(
),
allein und in
Anwesenheit von
bzw.
,
bei verschiedenen Metall/Ligand-Molverhältnissen mit 0.1 M
sind in den nächsten zwei Abbildungen zu finden.
|
Im zweiten Fall treten drei Komplexe auf, nämlich
und
.
|
Für
Ionen in Cyanid-haltiger Lösung findet man sogar
vier Einzelgleichgewichte:
|
Die hier angegeben, sehr einfache Beschreibung der Bildung von
einkernigen Komplexen
(n = 1, ..., n) ist oft deutlich erschwert,
wenn Teilchen
mit
und
auftreten (die elektrische Ladung
ist nicht angegeben).
Dann gilt z.B. die Gleichung 39 nicht mehr.
Neben der pH-Methode, existieren noch weitere
Verfahren, mit denen auch andere Grössen experimentell erfasst werden
können wie
,
,
, ... (die elektrischen Ladungen der Teilchen
werden oft weggelassen; L steht als Abkürzung für Ligand).
Über die
Anwendung von EMK-Messungen wurde im letzten Kapitel berichtet.