Treten zwei chemische Spezies mit unterschiedlicher räumlicher
Struktur aber mit derselben Summenformel und Ladung auf, so spricht man
von Isomerie.
Die Isomerie ist in den Komplexverbindungen ziemlich weit verbreitet, u.a. deshalb weil gewisse Liganden nicht nur in der ersten Koordinationssphäre auftreten können.
Im Falle der Komplexe von
mit
und
sowie
als Gegenion kennt man z. B. die ganze Reihe:
und
.
Dabei sind für den an der dritten und an der fünften Stelle stehenden Komplex je zwei Formen (Isomere, cis und trans - s. Abb. 34),
sowie für den an der vierten Stelle stehenden Komplex ebenfalls zwei Isomere (facial und meridional - s. Abb. 35) möglich.
Verhalten sich zwei Isomere wie Bild und Spiegelbild so spricht man von Spiegelbild- bzw. optischer Isomerie (Abb. 36).
Optische Isomere oder auch Enantiomere zeigen identische physikalische Eigenschaften mit Ausnahme einer Drehung von linear polarisiertem Licht.
Sie drehen die Schwingungsebene des polarisierten
Lichtes um den selben Betrag aber in umgekehrter Richtung
(optische Aktivität).
Wird die Polarisationsebene des Lichts im Uhrzeigersinn
gedreht, so bezeichnet man das Enantiomer als rechtsdrehend
und kennzeichnet es durch das Symbol (+)
vor der Formelbezeichnung, z.B.
.
Bei Drehung gegen den Uhrzeigersinn heisst das Enantiomer
linksdrehend und wird entsprechend gekennzeichnet,
z.B. als
.
Ein Enantiomerengemisch von 1:1 nennt man
Racemat bzw.
racemisches Gemisch.
Die drei hier vorliegenden Isomerieformen fasst man unter dem Begriff
Stereoisomerien zusammen.
Die Polarisationsebene wird im chiralen Medium zum verdrehten Band.
Das Ausmass der Drehung ist proportional der Konzentration
der Lösung und
der Schichtdicke
. Ausmass und Vorzeichen hängen ferner ab von der Art
des Lösungsmittels, der Temperatur
und der Wellenlänge
des verwendeten Lichts.
Eine Substanz wird durch einen spezifischen Drehwert
charakterisiert:
Verschiedene Ionen können als Liganden im Komplex oder als Gegenionen
gebunden sein.
Diese Variation kann auftreten, wenn Anionen und Kationen in Form von Komplexen vorliegen:
Sie tritt dann auf, wenn mehrkernige Liganden durch verschiedene
Atome an das Zentrum gebunden sind. Bekannt hierfür sind die
und
Anionen: