Liganden

In Wasser können Liganden für die Metallkomplexbildung eingesetzt werden, die in der Lage sind, die am Metallatom koordinierten $ H_2O-$Moleküle zu ersetzen.
Man kennt sehr viele solcher Liganden, wie z.B. die einfach koordinierenden,
einzähnigen

$\displaystyle F^-, Cl^-, Br^-, I^-, OH^-, CO_3^{2-}, NH_3, S^{2-}, u.a. $

\includegraphics[width=1.0\textwidth]{/usr/edu/lector/vorlesung_al1/pic/al1_41_einzaehnigen}


die zweizähnigen

Ethylendiamin, Oxalatanion, Glycinat, Mercaptoacetat, Acetylacetonat, Iminodiacetat und 2,2'Dipyridyl


\includegraphics[width=0.9\textwidth]{/usr/edu/lector/vorlesung_al1/pic/al1_41_zweizaehnige}




sowie die mehrzähnigen

Diethylendiamin (dreizähn.), Nitriloacetat (vierzähn.), Bis-(2,2'Dipyridyl) (vierzähn.), Anion der Ethylendiamintriessigsäure (fünfzähn.) und Ethylendiamintetraacetat ( $ \mathrm{EDTA^{4-}} $, sechszähn.).


Abbildung 28: Mehrzähnige Liganden
\includegraphics[width=1.0\textwidth]{/usr/edu/lector/vorlesung_al1/pic/al1_41_dreizaehnige}


Die Pfeile deuten die freien Elektronenpaare an, die die Koordinationsstellen besetzen. Weitere Beispiele sind sogenannte makrozyklische Liganden, von denen hier nur

18-Krone-6, Cryptand  C222 sowie C221 (jeweils sechszähn.) genannt seien, die in Wasser stabile Komplexe mit einigen Alkali- und Erdalkalimetallenionen bilden.

Abbildung 29: Makrozähnige Liganden
\includegraphics[width=.8\textwidth]{/usr/edu/lector/vorlesung_al1/pic/al1_41_makrozaehnige}


Ferner sind in lebenden Organismen Metallkomplexe mit sehr komplizierten Strukturen vorhanden, die als (Enzyme) wirken. Als Beispiel sei hier die Carboxypeptidase aufgeführt, ein Zinkkomplex der Summenformel

$\displaystyle C_{1561}H_{2352}O_{465}N_{465}S_5{\mathrm{Zn}}\quad
\mathrm{(M = 34 472 amu)} $

bestehend aus 307 Aminosäuren. Der Zn-Gehalt beträgt 0,19 %. Das $ Zn^{2+}-$Ion ist mit zwei N-Atomen aus Histidin (69 und 196), einem O-Atom aus Glutaminsäure 72 und einem O-Atom eines $ H_2O$-Moleküls koordiniert.


Tabelle 9: Zusammensetzung, Name und Kurzbezeichnung einiger gebräuchlicher Liganden
\begin{table}
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\centering\includegraphics[width=...
.../usr/edu/lector/vorlesung_al1/pic/al1_41_Ligand_gebr}
\end{center}
\end{table}



Tabelle 10: Strukturformeln einiger komplizierterer Liganden
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\centering\includegraphics[width=...
...usr/edu/lector/vorlesung_al1/pic/al1_41_Ligand_kompl}
\end{center}
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letzte Änderung: 2006-02-23