In wässriger Lösung sind Metallionen von einer gewissen Zahl von
Wassermolekülen in der ersten Koordinationssphäre umgeben. Darum wird
für diese Ionen oft die Bezeichnung
verwendet.
Ist die Anzahl der
koordinierten
-Moleküle bekannt, dann kann dies in der Formel
explizit angegeben werden.
Beim Aluminiumaquaion sind sechs
-Liganden vorhanden,
so dass
geschrieben werden kann.
Das Zentralion
hat also die Koordinationszahl KZ=6 bzw
CN=6.
Schon Alfred Werner (1866 - 1919) konnte zeigen,
das die Koordinationszahl sechs häufig von einer oktaedrischen Anordnung
der Ligandatome begleitet wird.
In Wasser können sogenannte Ligandaustauschreaktionen auftreten. Dabei
werden koordinierte
-Moleküle gegen andere Liganden
ausgetauscht.
Dieser Prozess tritt in der Regel schrittweise auf, wie es
in der folgenden Reihe von Gleichungen dargestellt ist von
über
zu
Bei
-Zugabe werden also sukzessive sechs verschiedene
Fluorokomplexe gebildet.
Es handelt sich dabei um Gleichgewichte mit den zugehörigen
Stabilitätskonstanten
:
und den
Brutto-Komplexbildungskonstanten
:
In Gleichung 35 wurden die Ladungen weggelassen.
Die Bruttokonstanten
können experimentell ermittelt werden.
Je grösser die Komplexbildungskonstanten sind, um so
beständiger ist ein Komplex.
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(In der Literatur sind z.T. sehr unterschiedliche Werte angegeben.)
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Das Einstellen der Gleichgewichte
kann bei labilen Komplexen sehr rasch (
1s), bei robusten,
inerten Komplexen sehr langsam (
1s, Minuten, Tage, u.m.) erfolgen.
Labile Komplexe eignen sich besser für Gleichgewichtsstudien, robuste
hingegen für präparative Arbeiten. Für die Katalyse mit
Übergangsmetallionen werden labile Komplexgleichgewichte
benötigt.
Auch für Komplexe können quantitative stöchiometrische Beziehungen
aufgestellt werden.
Die Beziehungen für Aluminiumkomplexe, die durch Mischen einer
mit einer
Lösung (teilweise durch starke Base
neutralisiert) erhalten werden,
sind wie folgt zu formulieren:
(Wegen der Koinzidenz von Konzentrations- und Komplexbezeichnungen
werden hier die Komplexe in { } angegeben).
Die zwei letzten Gleichungen lassen sich unter Berücksichtigung von
Gl. 36 und von
umformen zu:
Man erhält also ein System von drei Gleichungen
36, 37 und 38 mit den drei
Unbekannten
und
.
Für bekannte Konzentrationen von
und
kann man die
Gleichgewichtskonzentrationen aller Spezies ermitteln, sofern die
Konstanten
(n = 1,2,...,6),
und
bekannt sind: