Für Elemente, die in mehreren Oxidationsstufen stabil auftreten,
können in einem Diagramm alle
Werte angegeben werden.
Anhand dieser sogenannten Potenzialdiagramme
können Disproportionierungen und andere
Redoxprozesse diskutiert werden.
Aus obigem Diagramm ist auch ersichtlich, dass das Standardpotenzial
keine Zustandsgrösse ist, wohl aber die freie Enthalpie
Die Disproportionierung von
, hingegen, ist nicht spontan:
Als Beispiel für ein komplizierteres Potenzialdiagramm wird das von Chlor in saurer Lösung wiedergegeben:
Diese Daten erlauben die Berechnung der
Werte beliebiger Redoxpaare
zwischen den beteiligten Spezies.
Im Falle der Dissoziation von
schwachen Säuren (
und
) ist die Kenntnis der
zugehörigen Dissoziationskonstanten unerlässlich.
Das entsprechende Potenzialdiagramm in alkalischer Lösung
erhält man, wenn man als Reaktanden die in diesem Medium
stabilen Teilchen einsetzt.
Als Beispiel sei hier die Berechnung von
aufgeführt:
Die Gleichung der Halbzelle in sauerem Milieu lautet:
und die zugehörige Nernstsche Gleichung ist:
Die Anionen
und
sind auch im alkalischen
Milieu stabil, und die zugehörige Gleichung für
erhält man durch
Substitution von
mit Hilfe des Ionenproduktes des Wassers
:
Natürlich kann die Berechnung von
für beliebige pH-Werte durchgeführt werden.
Für
= 5 erhält man mit Gl. 32
Das heisst,
=0.894 V für diese Halbkette bei pH=5.