Die Abscheidung von Silber aus Silbernitratlösung an metallischem Kupfer ist bereits in Gleichung 1 formuliert worden. Eine weitere, lange bekannte Redoxreaktion ist die Abscheidung von Kupfer aus einer Kupfersalzlösung auf metallischem Zink.
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In der Versuchsanordnung in Abbildung 4.4 rechts ist der
Reaktionsraum in zwei
Halbzellen, Halbelemente bzw. Halbräume aufgeteilt.
Diese Anordnung wird als Kette, Zelle, galvanische Zelle,
Galvanisches Element oder Volta-Element bezeichnet.
Entscheidend ist, dass die beiden Halbelemente so getrennt werden,
dass die reagierenden Komponenten nicht direkt in Lösung miteinander
zur Reaktion kommen (innerer Kurzschluss).
Das wird durch eine halbdurchlässige Membran oder
eine semipermeable Membran (Diaphragma) bzw. durch
eine Salzbrücke
(Stromschlüssel) gewährleistet.
Dabei muss aber eine Ionenwanderung möglich bleiben, da sonst kein
Stoffumsatz und kein Ladungstransport möglich ist.
Bei der Oxidation
werden die freiwerdenden Elektronen an die Anode abgegeben und über
einen elektrischen Leiter, der an ein Messgerät oder einen Verbraucher
angeschossen ist, zur Kathode überführt, wo sie für den
Reduktionprozess verbraucht werden.
Der Fluss der Elektronen wird durch die Wanderung von Anionen
kompensiert, sodass die Elektroneutralität gewährleistet ist.
In diesem Fall liefert die chemische Reaktion also
direkt elektrische Energie, deren Menge von der
Zahl der überführten Elektronen
und von der freien Enthalpie der Reaktion,
, abhängt.
Durch letztere wird auch die Spannung zwischen den beiden
Elektroden bestimmt. Diese wird auch als Elektromotorische Kraft
EMK bezeichnet.
Auf Grund der EMK kann das galvanische Element Arbeit leisten und
zwar entsprechend
der zugrundliegenden chemischen Reaktion.
| Redoxpaar 1 (Halbelement1) | Redoxpaar 1 (Halbelement1) |
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| Redoxpotenzial 1 | Redoxpotenzial 2 |
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Die in Abbildung 4.4 dargestellte Reaktion verläuft spontan.
Diese Aussage kann entweder bei Kenntnis von
oder der
bekannten Potenziale der beiden Elektroden machen.
Es gilt nämlich
und
mit der Faradaykonstante F=96487
und der Gaskonstanten R=8.314
.
K ist die
Gleichgewichtskonstante und n die Zahl der
bei der Reaktion beteiligten Elektronen in mol.
Die Potenziale erhält man durch Anwendung der Nernstschen Gleichung,
die für eine Halbzelle wie folgt zu formulieren ist
und für die Reaktionsgleichung
gilt.
Beim Vertauschen von [Ox] und [Red] ändert sich das Vorzeichen
vor dem konzentrationsabhängigen zweiten Glied.
heisst Normal- oder Standardpotenzial
der Halbzelle 1 für den Fall, dass die Aktivitäten von
und
eins betragen. Diese Werte
sind für viele Halbreaktionen tabelliert, so dass nach Gleichung
30 viele Halbzellenpotenziale für beliebige Aktivitäten
der Reaktionspartner berechnet werden können.
Eine ähnliche Gleichung gilt für die zweite Halbzelle:
Für eine spontane Reaktion sind
und
so zu kombinieren,
dass die Differenz der beiden Werte positiv ist.
Im speziellen Fall
ist die
Differenz der beiden Werte Null, und das System befindet sich im
Gleichgewicht.
Nur eine Kombination der Halbreaktionen ergibt eine spontane Reaktion.
Bei Anwendung der Nernstschen Gleichung werden nur die Komponenten,
die als Ionen in Lösung oder als Gase auftreten, berücksichtigt.
Für feste Stoffe und Wasser ist die Aktivität eins.
Der Umsatz von Permanganat mit Eisen(II)-Salzen wurde bereits besprochen:
Galvanische Zellen bestehen immer aus zwei Halbzellen.
Als Beispiel sei noch einmal das Daniellelement angeführt:
Hier bestimmt das grössere Bestreben von Kupfer, Elektronen aufzunehmen,
die Richtung des Elektronenflusses.
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Das Standardreduktionspotenzial
einer Halbzelle wird durch
Messung der Spannung zwischen dieser
Halbzelle und einer Standardelektrode
Standardwasserstoffelektrode
unter Standardbedingungen (25
C , 1 bar
und Aktivitäten aller
Reaktanden gleich eins) erhalten.
Das Standardreduktionspotenzial der Standardwasserstoffelektrode
wird definitionsgemäss gleich Null gesetzt.
Das Vorzeichen von
ist nur
dann positiv, wenn die Halbzelle bei obiger Reaktion als Kathode wirkt
(vgl. Tab. 7).
Die
-Werte von Halbreaktionen sind wichtige Grössen, weil sie die
Berechnung der
freien Enthalpie
(kJ/mol) und der
Gleichgewichtskonstanten K mit Hilfe der Gleichungen 28 und
29 erlauben.
Gleichung 28 ergibt bei einem spontanen Prozess (
)
einen negativen Wert für
, wie es die Thermodynamik verlangt.
Aus den Gleichungen 28 und 29 folgt:
Damit kann aus dem
Wert die zur Reaktion gehörende
Gleichgewichtskonstante K berechnet werden.
Diese ist besonders wichtig, weil
sie es erlaubt, die jeweiligen Gleichgewichtskonzentrationen für einen
Redoxprozess zu berechnen und zu entscheiden, ob z.B. eine volumetrische
Titration für eine quantitative Bestimmung herangezogen werden kann.