Bei der Formulierung von Redoxgleichungen stellt sich oft das Problem der
Vervollständigung der Gleichung.
Dabei wird verlangt, dass die freiwerdenden
Elektronen vollständig verbraucht werden.
Da es keine feststehenden Regeln für die zahlenmässige
Vervollständigung dieser Gleichungen
gibt, erfolgt diese meist empirisch. Grundsätzlich ist es aber
empfehlenswert sich zunächst die Frage zu stellen, ob
überhaupt eine Redoxreaktion vorliegt.
Die Reaktion
besteht aus den zwei Halbreaktionen
Hier ist das Ausgleichen der Reaktion trivial, es gibt aber Fälle, bei
denen etwas mehr Vorsicht angebracht ist.
Wie kann man z.B. die Oxidation von Fe
zu Fe
mit
KMnO
in saurer Lösung formulieren, wenn man weiss,
dass Mn
entsteht?
Man beginnt, die Halbgleichungen zu formulieren, indem man
die darin vorkommenden Komponenten
auflistet.
Die Reduktion lautet dann
und die Oxidation wird, wie folgt, formuliert:
Die erste Halbreaktion kann durch folgende Überlegungen vervollständigt werden:
Ladungen : 3+
3+
Ein anderes Beispiel ist das Auflösen von Kupfer in einer oxidierenden Säure:
Man kann also folgendes Schema zur Vervollständigung von Redoxgleichungen angeben:
In saurem Milieu können
begreiflicherweise nur
und
, in alkalischem Milieu nur
und
als Reaktanden eingesetzt werden!
Ein Redoxprozess kann durch Mischen der nötigen Edukte auftreten.
Die Reaktion liefert dann eine bestimmte Wärmemenge, die von der
gewählten Zusammensetzung und der Enthalpie der Reaktion abhängt.
Dieser Prozess kann auch in galvanischen Zellen durchgeführt werden.