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Fehlordnung und Beweglichkeit
Alle Kristalle zeigen Fehlordnungseffekte - allerdings i.d.R. in sehr
kleiner Konzentration (
).
Kristallfehler entstehen entweder bei Wachstum der Kristalle oder
nachträglich durch äussere Einwirkung:
- thermisch, durch die zunehmende Temperaturbewegung mit T
- chemisch, durch Verunreinigungen
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(2) |
- durch mechanische Beanspruchung (Materialermüdung)
- durch Strahlung, z.B. durch radioaktiven Zerfall
Entstehung von Farbzentren
Abbildung 26:
Verschiedene Punktfehler in NaCl
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Ionenleitung
Eine Bewegung von Ionen in Feststoffen ist nur möglich, wenn
freie Bewegungsbahnen zur Verfügung stehen, das geschieht im allgemeinen
über Leerstellen und Zwischengitterplätze.
Die Ionenleitfähigkeit kann nur durch Defekte, Versetzungen,
und Korngrenzen erheblich erhöht werden.
Abbildung 27:
Erhöhung der Ionenleitfähigkeit durch Defekte
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Als feste Ionenleiter bezeichnet man gewöhnlich Festkörper mit einer
Leitfähigkeit von
;
als schnelle oder Superionenleiter solche mit
.
Erste Untersuchungen im Jahre 1914 an
haben gezeigt, dass
die Ionenleitfähigkeit bei erhöhter Temperatur im Kristall
grösser ist als in der Schmelze!
Abbildung 28:
Kristallines AgI zeigt gegenüber der Schmelze mit steigender Temperatur
eine erhöhte Ionenleitfähigkeit
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Gute Ionenleiter genügen (mindestens teilweise) folgenden Bedingungen:
- es gibt Leerstellen oder grosse Zwischengitterplätze
(optimal 50% von
);
- die Diffusionswege zeigen relativ flache Potenzialverläufe;
es gibt keine Engpässe;
- die Diffusionswege sind möglichst stark verzweigt;
- die Gegenionen (komplexe Anionen) können durch Bewegungen (Rotationen)
Diffusionswege öffen ;
- die Ionen sollten polarisierbar sein, damit die
Ladungsverschiebungen verschmiert werden können.
Ionenleiter finden vielfältige Anwendungen:
- Batterien (Ionenleiter, Elektroden)
- Brennstoffzellen
- Sensoren
- Fotografie
Schnelle Ionenleiter, die bei Raumtemperatur arbeiten, werden
immer noch gesucht.
Abbildung 29:
rechts: Rubidium-Silber-Iodid ist der feste Ionenleiter.
Silberionen aus der Kathode
durchqueren nach Abgabe von Elektronen den Ionenleiter und reagieren dann
mit dem Anodenmaterial unter Aufnahme von Elektronen.
links: Korrelation zwischen Leitfähigkeit und Temperatur
für AgI und RbAg
I
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Als ein besonders guter Ionenleiter hat sich
Rb Ag
I
herausgestellt mit einer Leitfähigkeit von
30
. Das ist so gut wie 35% ige
.
Das relativ kleine Silberion (r
= 114pm) kann gut durch die
vielen leeren Tetraederlücken zwischen den grossen
Rb
(r
= 175pm) und
-Ionen (r
= 206pm)
hindurch diffundieren.
Für Hochleistungsbatterien ist
allerdings nicht geeignet, weil
seine chemischen Reaktionen zu wenig Energie liefern.
Es kommen praktisch nur
und
mit in dieser
Reihenfolge abnehmender Bedeutung in Frage.
Ein guter Leiter für
-Ionen ist das ``
Aluminiumoxid''
Natriumaluminat
mit ebenfalls
vielen Leerstellen in der Struktur und einer Leitfähigkeit von
.
Die Natrium-Schwefel-Batterie (Abb. 30)
befindet sich zur Zeit bei einigen
Autoherstellern in der Testphase.
Die elektrochemische Zelle kann wie folgt beschrieben werden:
mit der Gesamtreaktionsgleichung
Abbildung 30:
Die Na-S -Batterie
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Abbildung 31:
Einige gute feste Ionenleiter
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Abbildung 32:
Vergleich einiger Batteriesysteme: Systeme mit festen Ionenleitern
im Vergleich zu anderen Energiequellen, etwa dem Otto-Verbrennungsmotor.
Durch die hohe Leistungs- und Energiedichte der Natrium-Schwefel-Batterie
mit
-Alumina als Natrium-Ionenleiter kommt die Anwendung zu
Traktionszwecken in Betracht.
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letzte Änderung:
2001-11-07